Gewittersymphonie in Venedig
Für die Filmmusik des Dokumentarfilms „Eine Brücke in 3 Welten“ entschied sich der Autor, Theater- und Filmregisseur sowie Komponist Sebatián Ugovsky-Strassburger, seine Orchesterwerke in der besonderen Akustik des Canalazzo (Canal Grande) von Venedig bei Nacht, außerhalb der Touristensaison im Frühjahr, aufzunehmen. Dies war Teil seines Projekts gegen den Ausverkauf Venedigs und dessen touristische und ökologische Probleme. Was er nicht erwartet hatte, war die majestätische Unterstützung des Himmels, der seine klassischen Kompositionen mit einem gewaltigen Gewitter, Blitzen und einem Wolkenbruch untermalte. Nachdem wir die Nachricht erhalten hatten, versuchten wir, ihn schnell telefonisch zu erreichen, um ihn zu fragen, was passiert war, nachdem wir gehört hatten, dass sie anschließend all ihre durchnässten Kleider ausziehen mussten.
Am Telefon: „Ja, es hat viel geregnet in Venedig. Das ist jetzt die richtige Jahreszeit dafür. Ich wollte das Orchester wegen der Akustik des Flusses auf einem Boot aufnehmen, und wir hatten ein Gewitter und einen Wolkenbruch mit beeindruckenden Blitzen vor der Kulisse der gotischen Palazzi direkt über uns auf dem Canal Grande in der Nacht. Während wir uns eigentlich auf dem Wasser befanden, waren wir auch komplett unter Wasser und wurden weggespült. Aber es war beeindruckend und ein emotionales Erlebnis, mit meinen eigenen Kompositionen, die gespielt wurden, während der Donner hereinbrach, mit dem Boot durch ein Gewitter zu fahren. Ein Opernhaus müsste für einen solchen Effekt auf der Bühne viel bezahlen :-) Mein Assistent sagte, das sei typisch für mich: Ich kann Dinge nicht auf die gewöhnliche Art und Weise tun. Haha. -- Traurig, die touristischen Probleme in Venedig wieder zu erkennen und die letzten Ursprünge verschwinden zu sehen... Aber ich hatte einige gute Interviews und habe Parteien zusammengebracht, um Venedig zu retten und Kräfte gegen den Ausverkauf und die fortschreitende Gentrifizierung zu bündeln.
„Alles in allem war es ein unvergesslicher Moment...“, schrieb er später in einer E-Mail, „... für uns alle. Für die Musiker, die Passanten, die uns zusahen, und ganz besonders für mich. Diese Spezialeffekte waren einfach nicht von dieser Welt. Keine meiner bisherigen Bühnenerfahrungen kam dem auch nur annähernd gleich...“